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Stuhlinkontinenz

Letzte Aktualisierung: 21.8.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Stuhlinkontinenz ist ein Symptom verschiedener Erkrankungen oder Schädigungen, definiert durch eine Störung des Stuhlhalteapparates. Klinisch wird zwischen Dranginkontinenz (wahrgenommener, aber nicht kontrollierbarer Stuhldrang) und passiver Inkontinenz (unbemerkter Stuhlabgang) unterschieden. Die Diagnose basiert primär auf der Anamnese und der körperlichen Untersuchung, einschließlich einer digital-rektalen Untersuchung. Weiterführende Diagnostik wie bspw. anorektale Manometrie kann vor einer Zweitlinientherapie erwogen werden. Die Erstlinientherapie umfasst Aufklärung, Verhaltens- und Ernährungsberatung, Beckenbodentraining und Medikamente wie stuhlandickende Mittel oder Antidiarrhoika. Bei unzureichendem Ansprechen kommen Zweitlinientherapien wie die posteriore Tibialisnervstimulation, die Sakralnervenstimulation oder die Anlage eines Deviationsstomas in Betracht.

Definitiontoggle arrow icon

  • Keine international etablierte Definition
    • Rome-IV-Kriterien: Regelmäßiger unkontrollierter Abgang von Stuhl [1]
      • Dauer über ≥3 Monate
      • Im Alter von ≥4 Jahren
    • Deutschsprachige medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie: Unfähigkeit, den Abgang von Darminhalt zu kontrollieren [2]
      • Grad I: Abgang von Darmgasen
      • Grad IIa: Abgang schleimiger Darmesekrete
      • Grad IIb: Stuhlschmieren
      • Grad III: Abgang von dünnem Stuhl
      • Grad IV: Abgang von festem Stuhl
  • Varianten
    • Stuhlinkontinenz mit Drang: Stuhl wird im Rektum wahrgenommen, kann aber nicht zurückgehalten werden
    • Passive Stuhlinkontinenz: Stuhl wird nicht im Rektum wahrgenommen und geht unbewusst ab

Epidemiologietoggle arrow icon

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologietoggle arrow icon

  • Strukturelle Schäden und postoperative Dysfunktionen
    • Geburtshilfliche Verletzungen des Analsphinkters
    • Läsionen oder strukturelle Defekte des Schließmuskels
    • (Postoperative) anorektale Funktionsstörungen
  • Neurologische Ursachen
    • Läsion von zerebralen Strukturen, Rückenmark oder Beckennerven
    • Neurodegenerative Erkrankungen
  • Angeborene anorektale Fehlbildungen

Diagnostiktoggle arrow icon

Therapietoggle arrow icon

Konservative Maßnahmen

Als Erstlinientherapie sollen konservative Maßnahmen eingeleitet werden!

Invasive Maßnahmen

Invasive Maßnahmen können als Zweitlinientherapie nach frustranen konservativen Maßnahmen erfolgen!

Komplikationentoggle arrow icon

  • Psychosoziale Auswirkungen
    • Einschränkungen des Alltags und der sozialen Teilhabe
    • Bewältigungsverhalten
    • Depression
    • Scham
  • Inkontinenzassoziierte Dermatitis

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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